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Übergangsmanagement weiterhin zentrales Thema in der Niedersächsischen Justiz

Justiz-Staatssekretär Dr. Oehlerking eröffnet den 2. Praxisworkshop in Rastede


Erneut trafen sich am 30./31. August 2011 in Rastede die Freie Straffälligenhilfe Niedersachsen, die Justizvollzugsanstalten und der Ambulante Justizsozialdienst Niedersachsen zu einem gemeinsamen Praxisworkshop. Fast genau vor einem Jahr fanden sich die drei Partner des Übergangsmanagements ebenfalls in Rastede zusammen, um an dem Ziel einer frühzeitigen Zusammenarbeit aller an der Betreuung eines straffälligen Menschen beteiligten Personen und Institutionen zu arbeiten. Dieser Workshop wurde von allen Teilnehmenden als überaus erfolgreiche Veranstaltung erlebt und brachte den Wunsch nach einer Fortsetzung mit sich. Seither hat sich die Zusammenarbeit der Partner stets intensiviert. In diesem Jahr wird den Praktikern der drei Bereiche des Übergangsmanagements erneut ein Forum zum fachlichen Austausch geboten.

Zu Beginn hieß der Leiter des AJSD, Herr Dr. von der Beck, die Gäste mit einem Grußwort willkommen. Hier einige Auszüge:

"Wie vor einem Jahr kommen auch heute und morgen die Praktiker des Übergangsmanagements in Niedersachsen in Rastede zusammen um sich fachlich auszutauschen und das begonnene Werk der Vernetzung der beteiligten Partner im Interesse der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen weiter fortzuführen.

Dabei hat sich seit unserem 1. Praxisworkshop vor einem Jahr sehr viel getan. Lassen Sie mich kurz hierzu meine Wahrnehmungen und Beobachtungen darstellen. Zunächst fällt mir etwas bereits ganz Grundlegendes auf:

Vor einem Jahr kamen hier in Rastede Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dreier verschiedener Bereiche zusammen. Wir begegneten uns mit großem Interesse und viel gutem Willen, kannten uns aber doch - wenn überhaupt - nur oberflächlich und standen einander doch mitunter auch ein wenig fremd gegenüber. Der Ambulante Justizsozialdienst präsentierte sich im vergangenen Jahr zudem noch als sehr junge Einrichtung, die sich noch weiter zu entwickeln hatte und die eine noch schwer einzuschätzende Größe darstellte. Darüber hinaus hatte es eine solche Zusammenkunft von Verantwortlichen für das Übergangsmanagement aus dem Vollzug und den ambulanten Diensten und den aus Justizsicht Externen der 14 Anlaufstellen ohnehin noch nie gegeben. Diese Rahmenbedingungen und das unbestimmte Gefühl eines Aufbruchs zu neuen Ufern prägte die Stimmung unserer Veranstaltung vor einem Jahr – so habe ich es jedenfalls erlebt.

Diese Anfangssituation, so glaube ich, haben wir bereits ein gutes Stück hinter uns gelassen.

(…)

Der Prozess der Vernetzung der für das Übergangsmanagement zuständigen Kolleginnen und Kollegen aus den drei Bereichen findet in den Regionen Niedersachsens aber auch auf Leitungsebene in sehr dynamischer Weise statt.

Gemeinsame Besuche in Justizvollzugsanstalten, regelmäßige Gespräche und fachlicher Austausch in Kooperationskreisen, zahlreiche gegenseitige Hospitationen und Besuchskontakte im ganzen Land stärken das gegenseitige Kennen und Vertrauen und haben dabei stets auch unmittelbare Auswirkungen auf die Qualität des Übergangsmanagements in Niedersachsen.

(…)

Zu den wichtigen Fortschritten seit unserer Veranstaltung vor einem Jahr zählt ganz sicher auch die Neufassung der AV zum Übergangsmanagement, die jetzt seit gut sechs Wochen vorliegt und die gewissermaßen pünktlich zu unserem 2. Praxisworkshop fertig gestellt wurde.

Als Praktiker des Übergangsmanagements, als die wir hier aus den drei unterschiedlichen Bereichen zusammengekommen sind, sind wir sehr froh, mit dieser Neufassung nunmehr ein zeitgemäßes, modernes Regelwerk vorliegen zu haben, dass die Rahmenbedingungen unserer Arbeit verbindlich beschreibt und - so darf man erwarten - eine wirklich gute und solide Grundlage unserer Arbeit darstellt.

Die neu gefasste AV berücksichtigt unter anderem die Veränderungen im Bereich der ambulanten sozialen Dienste der Justiz und beschreibt erstmalig auch die Zusammenarbeit mit den Anlaufstellen der Freien Straffälligenhilfe. Meine Damen und Herren – hierüber bin ich nicht nur sehr froh. Die damit verwirklichte Anerkennung der Anlaufstellen der Freien Straffälligenhilfe ist neben der Stärkung der ambulanten Dienste durch die Landesregierung ein weiterer wirklicher Meilenstein der Entwicklung in Niedersachsen.

(…)

Wie jedes Regelwerk muss allerdings auch die neu gefasste AV mit Leben erfüllt und in der Praxis nicht nur verwertbar, sondern wenn möglich auch fruchtbar gemacht werden. Mit eben diesem Anspruch haben wir uns vor einem Jahr als Praktiker des Übergangsmanagements zusammengesetzt und die Kooperation beherzt in Angriff genommen. Dies ist auch heute und morgen unser Ziel.

Dabei war vor einem Jahr - so habe ich es jedenfalls erlebt - für alle Teilnehmer in der damaligen Aufbruchstimmung so etwas wie der "Geist von Rastede" wahrnehmbar.

(…)

Ich bin dabei sehr dankbar, dass das niedersächsische Justizministerium diesen Prozess unterstützt, sich gleichfalls von diesem Geist beflügeln lässt und auch inhaltliche Anstöße und Entwicklungen aus unserem Kreis, Ergebnisse unserer gemeinsamen Arbeit in das notwendige Gerüst zentraler Vorgaben und Regelungen aufnimmt.

(…)

Ergänzend zu der Neufassung der AV hat das Niedersächsische Justizministerium vor drei Wochen auch eine Musterkooperationsvereinbarung bekannt gemacht, um die Zusammenarbeit unserer drei Einrichtungen weiter zu verbessern.

Uns als Veranstalter des Praxisworkshops Übergangsmanagement erfüllt es dabei mit besonderer Freude und Befriedigung, dass sich das Justizministerium hierzu unserer gemeinsamen Arbeitsergebnisse aus dem vergangenen Jahr bedient und diese in der Mustervereinbarung weitgehend übernommen hat - bis hin zu unserem Veranstaltungslogo, den drei ineinander verschränkten Kreisen, dem Symbol auch für den "Geist von Rastede".

(…)

Darum bin ich auch sehr froh, dass es uns gelungen ist auch den 2. Praxisworkshop Übergangsmanagement Niedersachsen inhaltlich überzeugend aufzustellen. Nach meinem Eindruck ist uns Veranstaltern dabei die sehr vielseitige und reichhaltige und reichhaltige inhaltliche Bestückung unseres diesjährigen Praxisworkshops nicht einmal besonders schwer gefallen.

(…)

Bei unserer diesjährigen Veranstaltung stehen gewissermaßen „harte“ Themen und spezifische Fragestellungen der Praxis des Übergangsmanagements im Vordergrund, die sich in der thematischen Ausrichtung unserer Workshops niedergeschlagen haben. Um ein Beispiel für „harte“ Themen nennen, möchte ich unter anderem auf unseren Workshop Nr. 5 „Vernetzte Controlling“ hinweisen. Hier soll es morgen um die Frage gehen, wie die Qualität unserer Kooperation im Übergangsmanagement konkret messbar gemacht werden kann.

(…)

Hier aber auch in den anderen Workshops werden daher zentrale Themenbereiche bearbeitet und ich bin davon überzeugt, dass dabei auch in diesem Jahr entscheidende und für die Entwicklung des Übergangsmanagements in Niedersachsen zukunftsweisende Anstöße erarbeitet werden.

(…)

Daher ist es nur schlüssig und hat sich aus Sicht der Veranstalter aber auch der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, aus Sicht von Frau Prof. Haas und Herrn Dr. Hollmann, unmittelbar angeboten, unsere fachliche Plattform zu nutzen, um hier über den aktuellen Stand der von ihnen durchgeführten Evaluation des Übergangsmanagements in Niedersachsen zu berichten. Dabei wird Herr Dr. Hollmann erste Zwischenergebnisse der Evaluation präsentieren und uns auch einen Ausblick auf den weiteren Evaluationsverlauf ermöglichen. (…)"

Die Partner aus dem Übergangsmanagement an einem Tisch!  
Die Partner aus dem Übergangsmanagement an einem Tisch: Herr Schmeinck, SKM Lingen , Herr Goiny, Paritätischer Wohlfahrtsverband Lüneburg, Herr Teschner,Diakonisches Werk Osnabrück und Herr Kätker ,AJSD Osnabrück.
Staatssekretär Dr. Jürgen Oehlerking (links)  
Staatssekretär Dr. Jürgen Oehlerking war wie bereits im Vorjahr beim Praxisworkshop zu Gast. Hier zu sehen mit Herrn Dr. von der Beck.
Praxisworkshop Übergangsmanagement 2011  
v.l.n.r.: Herr Kupka und Herr Feld, Freie Straffälligenhilfe der Diakonie, Staatssekretär Dr. Jürgen Oehlerking, Herr Dr. von der Beck, Leiter AJSD und Herr Zech, stellvertretender Leiter der JVA Oldenburg.
Dr. Reiner Hollmann  
Dr. Reiner Hollmann von der Ostfalia-Hochschule präsentierte Zwischenergebnisse des niedersachsenweiten Evaluationsprojekts -Neue Wege: Vernetzte Betreuung. Übergangsmanagement in Niedersachsen -.
Thema: "Arbeiten mit Migranten im Übergangsmanagement"  
Am zweiten Tag wurde in fünf verschiedenen Workshops an weiteren Fachthemen gearbeitet. Hier geht es um das Thema - Arbeiten mit Migranten im Übergangsmanagement - .
Ergebnispräsentation  
Ergebnispräsentation der Arbeitsgruppe zu gemeinsamen Standards im Übergangsmanagement. Geleitet wurde diese Gruppe durch Fr. Bloemen aus der JVA Meppen.
Farschid Dehnad  
Farschid Dehnad erläutert die Arbeitsergebnisse des Workshops - Arbeiten mit Migranten im Übergangsmanagement - .
Ergebnispräsentation des Workshops "Schuldner- und Insolvenzberatung im Übergangsmanagement"  
Herr Blume, AJSD, Herr Karin, RESOHELP Hameln und Herr Berner, AJSD unterstützten tatkräftig bei der Ergebnispräsentation des Workshops - Schuldner- und Insolvenzberatung im Übergangsmanagement - .
"Vernetztes Controlling"  
- Vernetzung - wurde im Workshop - Vernetztes Controlling - wörtlich genommen und auch so präsentiert.
Übergangsmanagement

2. Praxisworkshop zum Übergangsmanagement

Artikel-Informationen

erstellt am:
22.02.2011
zuletzt aktualisiert am:
08.10.2011

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